
Thorsten Hermann, Prof. Dr. Friedhelm Schlößer (beide Vaillant GmbH) und Edgar Weier (Weier Consult) v. l. n. r.
Nicht nur Einkäufer stellen sich die Frage, wie die Materialkosten erfolgreich reduziert werden können, sondern auch Entwickler, Produktionsleiter und Controller.
Einen interessanten Weg erläuterte Prof. Dr. Friedhelm Schlößer, Group Director Purchasing and Innovation der Vaillant GmbH, Remscheid anlässlich des VDI Forums Industrie konkret am 17.02.11 in Münster.
Die Vaillant Group kalkuliert die Kosten wichtiger Produkte und Komponenten selbst und geht mit den Ergebnissen dieser Kalkulation in die Preisverhandlungen mit den Lieferanten. Dabei billigt sie ihnen eine Marge von vier beziehungsweise acht Prozent zu, abhängig vom Materialkostenanteil. Das Unternehmen verfügt über eine umfangreiche Datenbank, mit konkreten Stundensätzen, Zykluszeiten usw. Nach Aussage von Prof. Schlößer sind die Kalkulationen oftmals so genau, dass zum Beispiel in einem Fall ein Lieferant das Unternehmen der Industriespionage bezichtigte.
Da das Verfahren sehr aufwendig ist, ist sein Einsatz auf die Kostenermittlung und –beeinflussung in der Entwicklungsphase und ausgewählte Komponenten beschränkt. Die eingesetzten Kostenermittler spielen ihre Kosten mehrfach wieder ein.
Prof. Schlößer wies in seinem Vortrag zurecht darauf hin, dass es einen Unterschied zwischen Kosten und Preis gibt. Dort wo Oligopole oder gar Monopole den Preis bestimmen, hilft auch keine Kostenkalkulation.