Wie ermittelt man die Durchlaufzeit?
Durch Auswertung der Fertigungsauftragsdaten im ERP- oder BDE-System lassen sich die Soll- und Ist-Durchlaufzeiten ermitteln.
Bei Einsatz eines BDE-Systems und vollständiger Erfassung der einzelnen Arbeitsoperationen können auch die Durchlaufzeiten an den einzelnen Arbeitsplätzen ermittelt werden.
Die Durchlaufzeiten sollten nach Komponentenfamilien differenziert werden, um gezielte Maßnahmen ergreifen zu können. Einfache Blechteile lassen sich nicht mit komplexen Zerspanungsteilen vergleichen.
Woran erkennt man, ob ein Ansteigen der Durchlaufzeiten auf eine zu geringe Kapazität oder andere Ursachen zurückzuführen ist?
Kapazitätsengpässe sind grundsätzlich in der Auslastungsplanung erkennbar, die Bestandteil des ERP-Systems ist. Schlecht gepflegte oder falsche Kapazitätsdaten, Fertigungszeiten und Terminplanungsparameter sowie häufige Änderungen und Unterbrechungen verfälschen die Auslastungsplanung. Das lässt sich leider nicht so leicht erkennen und muss deshalb durch entsprechende Analysen geprüft werden.
Nicht nur die Beseitigung von Kapazitätsengpässen ist wichtig, sondern ihre Synchronisation.
Kann man die Durchlaufzeiten durch Einsatz eines ERP- und / oder BDE-Systems verkürzen?
Nein, ERP- und BDE-Systeme verkürzen keine Durchlaufzeiten, sondern tragen bestenfalls dazu bei, dass die geplanten Durchlaufzeiten eingehalten werden. Sie vereinfachen die Planung und Steuerung und erhöhen die Transparenz. Durchlaufzeiten hängen aber nicht von der Qualität der ERP- / BDE-Systeme ab, sondern von der Produktstruktur, den eingesetzten Fertigungsverfahren, der Fertigungsorganisation, usw.
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