FAQ Produktionskosten

Wie kann ich feststellen, ob meine Produktionskosten zu hoch sind?

Im ersten Ansatz durch Vergleich (Benchmarking) mit Wettbewerbern und ähnlichen Betrieben. Die meisten Unternehmen sind verpflichtet ihre Jahresabschlüsse im Elektronischen Bundesanzeiger zu veröffentlichen. Die Jahresabschlüsse werden nach HGB oder IFRS erstellt, so dass die Aufwandsarten miteinander vergleichbar sind – zumindest im ersten Ansatz. Hier können Sie zum Beispiel sehen, wie hoch die Material-, Personal-, Abschreibungsaufwände Ihrer Wettbewerber oder vergleichbarer Unternehmen sind. Ein Blick in die Jahresabschlüsse zeigt Ihnen auch, ob die Wettbewerber trotz niedriger Preise Geld verdienen.
Wer es jedoch genauer wissen will, der kommt um eine detaillierte Kostenanalyse nicht herum.

Welche Maßnahmen kann ich ergreifen, um die Produktionskosten zu senken?

Um wirksame Kostensenkungsmaßnahmen ergreifen zu können müssen Sie wissen, welche Kostenarten zu hoch und welche Ursachen dafür verantwortlich sind. Und, ob es überhaupt ein freisetzbares Kostensenkungspotenzial gibt.

Ein Beispiel:

Im Rahmen eines Benchmarkings haben Sie festgestellt, dass Ihre Materialkosten höher sind, als die der Wettbewerber. Das kann zum Beispiel daran liegen, dass Ihre Wertschöpfung niedriger ist, als die der Konkurrenz. Unterstellen wir, dass die Wertschöpfung annähernd gleich und Ihre Hauptmaterialart Stahl ist. Bei vergleichbaren Einkaufsmengen werden Ihre Wettbewerber kaum bessere Stahlpreise erzielen, vorausgesetzt, Sie haben Ihre Einkaufsmengen bei wenigen Lieferanten gebündelt. Kostensenkungspotenziale müssen also in anderer Richtung gesucht werden. Vielleicht haben Ihre Wettbewerber den Stahlanteil ihrer Produkten substituiert. Oder ihr Materialeinsatz ist geringer, zum Beispiel durch bessere Produktgestaltung, andere Fertigungsverfahren, geringeren Verschnitt, Weiterverarbeitung des Verschnitts, geringere Fehlerquote usw.

Wie wichtig ist eine eigene Betriebsmittelfertigung?

Hierüber scheiden sich die Geister. Es gibt glühende Verfechter eines eigenen Vorrichtungs- und Werkzeugbaus. Aber auch viele, die ihn aus Kostengründen ablehnen.
Objektiv betrachtet ist ein eigener Vorrichtungs- und Werkzeugbau dann sinnvoll, wenn das Unternehmen entweder über ein spezielles Betriebsmittel-Know-how verfügt oder besonders flexibel sein will. Ob ein Unternehmen über ein spezielles Know-how verfügt und was genau das besondere Know-how ist, muss kritisch hinterfragt werden. Wer besonders schnell lieferfähig sein will, dem bringt ein eigener Betriebsmittebau häufig Vorteile, die aber gegen die entstehenden Kosten abgewogen werden muss.

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