In vielen Unternehmen beträgt der Materialkostenanteil mehr als 50 Prozent der Gesamtkosten, bei einzelnen Autozulieferern sogar bis zu 70 Prozent.
Bei einem Materialkostenanteil von mehr als 50 Prozent ist die Hebelwirkung dort erzielter Kostensenkungen natürlich höher, als bei den übrigen Kostenarten. Häufig aber auch deutlich schwieriger.
Denn Materialpreise hängen nicht alleine von ihren Herstellungskosten ab, sondern von den jeweiligen Marktgegebenheiten. Bei unvollständigem Wettbewerb, wie zum Beispiel bei Anbieteroligopolen oder durch Patentschutz entstandenen Monopolen, bestimmen die Anbieter den Preis. Hierzu gehören unter anderem Materialien, wie Stahl, Motoren, Hydraulikkomponenten und ähnliche Produkte. Individuelle Preisvereinbarungen bei börsennotierten Rohstoffen, wie Kupfer, Zinn, Zink und anderen sind ebenfalls höchst unwahrscheinlich. Hier spielen die Herstellungskosten keine oder nur eine untergeordnete Rolle.
Leichter verhandelbar sind meistens die Preise sogenannter Commodities, wie Norm- und Katalogteile, soweit nicht auch hier Angebotsoligopole entstanden sind. Oder die Preise für Zeichnungsteile und reine Lohnleistungen (verlängerte Werkbank). Wer die Herstellungskosten dieser Produkte und Leistungen kennt, kann mit den Lieferanten angemessene Preise verhandeln. Aufgrund ihres geringen Anteils am Gesamtmaterialaufwand, sind die zu erzielenden Einsparungspotenziale meist gering, dürfen aber dennoch nicht vernachlässigt werden.
Wer den Materialaufwand signifikant reduzieren will, kommt an den A-Materialien nicht vorbei. Folgenden Maßnahmen stehen zur Verfügung:
Doch nicht alleine der direkte Einstandspreis bestimmt den Materialaufwand, sondern auch damit verbundene indirekte Aufwandsarten, wie zum Beispiel die Kosten in Einkauf, Lager und Logistik.
Ansatzpunkte zur Reduzierung des indirekten Materialaufwands sind:
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